SB 7

SB 7

Nach einem schwierigen Start ein langes, ereignisreiches Leben und inzwischen der älteste noch fliegende Prototyp der Akaflieg



Nach den guten Erfahrungen mit der SB 6 führte die Akaflieg die Entwicklung mit der SB 7 fort. Das Flugzeug wurde für die Standardklasse gebaut, also mit 15 m Spannweite und starrem Profil. Das Einziehfahrwerk, das damals in der Standardklasse noch nicht erlaubt war, konnte in halb ausgefahrener Stellung fixiert werden. Neue, im Computer von Professor Eppler entworfene Profile, versprachen einen hohen Leistungszuwachs.

Der Erstflug war im Oktober 1962; bereits im Februar 1963 nahm sie mit Rolf Kuntz an der Weltmeisterschaft in Argentinien teil, jedoch ohne großen Erfolg. Neben Problemen mit der Ansteuerung der Bremsklappen zeigte sich bald, dass bei der Profilauswahl der Bogen zu Gunsten der Flugleistung überspannt worden war. Das Langsamflug- und Überziehverhalten war sehr kritisch. Die SB 7 musste nochmal überarbeitet werden. Nach und nach wurde aus ihr die SB 7B. Mit 17 m Spannweite, einem modifizierten Profil, einem aufgedickten Rumpf, einer zweiteiligen Haube, veränderten Bremsklappen und einem neuen Höhenleitwerk mit Flettnerruder entstand so fast ein neues Flugzeug mit jetzt angenehmen Flugeigenschaften. Die SB 7 blieb aber an ihrer Rumpfform ohne Einschnürung immer noch gut zu erkennen.

Nach 15 Jahren Dienst im Flugzeugpark der aktiven Gruppe stand im Jahr 1977 eine Grundüberholung an, die jedoch zu Gunsten des SB 11‑Baus nicht mehr durchgeführt wurde. Fünf Jahre später entschlossen sich einige Alte Herren, die SB 7B in zweijähriger Arbeit zu überholen und anschließend wieder ausgiebig zu fliegen. Dieser zweite Frühling der SB 7B endete im Jahr 1994, als sie bei einer Außenlandung schwer beschädigt wurde, woraufhin sie wiederum einige Jahre ohne Zuneigung verbrachte. Inzwischen wurde sie von zwei Alten Herren und später von den Aktiven erneut aufgebaut und fliegt seit November 2011 wieder in der Gruppe.
Bei der Konstruktion der SB 7 waren Pläne und eine Anleitung für den Nachbau erstellt worden. Fünf SB 7 wurden in der Schweiz nachgebaut, allerdings mit abgeändertem Cockpit, Flügelprofil, Flügelgeometrie und Bremsklappen. Vier dieser Nachbauten wurden fertiggestellt, der letzte erst 2010. Derzeit sind zwei davon flugfähig.


Technische Daten




Tragfläche

Spannweite: 17,00 m
Flügelfläche: 12,66 m²
Streckung: 22,8
V-Form: 2°
Pfeilung: 0°
Profil: Wortmann FX-61-163 mod.
Bremsklappen: Schmepp-Hirth, vierteilig
Bremsfallschirm

Rumpf

Länge: 7,00 m
Breite: 0,56 m
Höhe: 0,79 m
Fahrwerk: einziehbar, ungefedert

Höhenleitwerk

Ausführung: Pendel-T-Leitwerk
Spannweite: 2,50 m
Fläche: 1,05 m²
Streckung: 6
Ausschlag: ±10°
Profil: NACA 63-A-010

Seitenleitwerk

Höhe: 1,35 m
Fläche: 1,0 m²
Streckung: 1,82
Ausschlag: ±35°

Massen

Fluggewicht: 390 kg
Rüstgewicht: 285 kg
Zuladung: 105 kg
Flächenbelastung: 30,6 kg/m²

Flugleistungen

Mindestgeschw.: 65 km/h
Höchstgeschw.: 170 km/h
Gleitzahl: 37 bei 85 km/h
geringstes Sinken: 0,60 m/s bei 75 km/h